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Vincas Maciūnas




DIE LITUANISTISCHE BEWEGUNG ZU ANFANG DES 19. JAHRHUNDERTS.

Zusammenfassung

Das 19. Jahrhundert ist das Zeitalter der völkischen Wiedergeburt der Litauer. In dem Ideenkreis des wiedererstehenden Litauens bemerkt man ein immer stärker werdendes Interesse an der Muttersprache, an der Geschichte des Heimatlandes und überhaupt am eigenen Volke, an seinem Leben, seinen Sitten, seinem Schaffen. Dazu trug ein charakteristisches patriotisches Motiv bei: es galt, alles Litauische hervorzuheben, also die Wertschätzung der litauischen Sprache zu betonen, die ehrwürdige Vergangenheit Litauens zu rühmen, die Schönheit der Volkskunst, vor allem der Dainos, zu preisen usw. Besonders deutlich spiegelt sich diese Einstellung in der ersten völkischen Zeitschrift der Litauer, der „Aušra“, wider. So schreibt etwa J. Basanavičius in der ersten Nummer der „Aušra“ (1883), daß die von ihm geleitete Zeitschrift sich insbesondere bemühen werde, den Volksgenossen Kunde von den Leistungen der ruhmwürdigen Ahnen zu geben; der Dichter der „Aušra“, J. Vištalius, nennt die litauische Sprache die schönste, reichste und älteste aller lebenden Sprachen usw.

Selbstverständlich sind solche Auffassungen nicht plötzlich mit dem Erscheinen der „Aušra“ aufgekommen; sie hatten vielmehr schon seit langem in der litauischen Gesellschaft Wurzel geschlagen. In der hier vorliegenden Arbeit sucht der Verfasser zu ermitteln, wann dieses Interesse für die Gegenstände der Lituanistik erwachte. Dies geschah seiner Meinung nach zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Die Arbeit zerfällt in vier Teile. Im ersten Teil werden die kulturellen, sozialen und zum Teil auch politischen Verhältnisse dargestellt, unter denen sich die lituanistische Bewegung entfaltete.

Den Untergrund für diese Bewegung bot der beträchtliche kulturelle Aufschwung, der sich in Litauen zu Anfang des 19. Jahrhunderts spüren läßt. Dies Besorgtsein um die Muttersprache, um ihre Gestaltung und Erforschung, um die Schaffung einer eigenwüchsigen Literatur, die Aufgeschlossenheit für das Heimatland und seine Geschichte ist ja nur möglich in einer Gesellschaft, die kulturelle Interessen hat. Man sah die Kulturarbeit als eine patriotische Pflicht gegenüber dem Vaterlande an. Diese noch aus der sogenannten Zeit der Reformen vom 18. Jahrhundert überkommene Auffassung ist oftmals wie von Polen so auch von Litauern verkündet worden (beispielsweise von S. Daukantas und D. Poška). Diese patriotische Grundstimmung trieb dazu an, das Heimatland, seine Bewohner, seine Schätze kennen zu lernen. Umfragen für Landeserforschung wurden veranstaltet. Alles dies trug offenbar auch dazu bei, das Interesse für die Lebenseigentümlichkeiten der Litauer, für ihre Sitten, ihre Sprache wachzurufen.

Von größter Wichtigkeit für den kulturellen Fortschritt Litauens war das Wirken der Universität Vilnius (Wilna) und der ihrer Aufsicht unterstellten Schulen. Die Universität Vilnius hatte im Jahre 1803 ein neues Statut erhalten, das ihr ziemliche Selbständigkeit gewährte; sie wuchs rasch zu einer Hochschule der Wissenschaft empor, die den westeuropäischen Universitäten gleichkam und die russischen Universitäten weit hinter sich ließ. Auch in der Zahl der Schulen stand der Bildungsbezirk Vilnius, der die acht aus dem früheren Großfürstentum Litauen gebildeten Gouvernements umfaßte, in Rußland voran. Zum Beispiel gab es im Jahre 1820 im Bildungsbezirk Vilnius 430 Schulen mit 21.174 Schülern, während in Rußland insgesamt 1433 Schulen mit 61.918 Schülern bestanden; im Bildungsbezirk Vilnius waren also mehr als ein Drittel aller russischen Schüler, obgleich dieser Bezirk noch nicht ein Fünftel der Einwohnerzahl umfaßte. Vilnius war die wahre Herdflamme der litauischen Kultur. Leider zeigte die Universität Vilnius, die sich um die Geschichte Litauens verdient machte, nur geringes Interesse für die litauische Sprache und kümmerte sich in keiner Weise um die Pflege der litauischen Literatur. Es gab z. B. keinen Lehrstuhl für die litauische Sprache, obwohl seine Errichtung von der Oeffentlichkeit gefordert wurde. Doch ist hervorzuheben, daß eine beträchtliche Anzahl der Männer, die als Erforscher der litauischen Sprache und Geschichte bekannt geworden sind, ihre wissenschaftliche Bildung auf der Universität Vilnius erworben hat.

Bei der Charakterisierung des litauischen Kulturstandes dieser Zeit ist auch das Zeitschriftenwesen in Vilnius zu erwähnen. Zwar waren dies polnische Zeitschriften, die sich nicht speziell für Lituanistik interessierten. Dennoch brachten sie gelegentlich Artikel über litauische Geschichte, litauische Volkslieder und dergleichen.

Mit dem Aufstieg der Kultur wurde die litauische Gesellschaft immer reifer. Beweis dafür waren die verschiedenen Vereinigungen kulturellen, gemeinnützigen, ethischen Charakters, deren es in Litauen zu Anfang des 19. Jahrhunderts nicht wenige gab. Zum Beispiel hatte sich die Geheimorganisation der Freimaurer sehr verbreitet; sie hatte in Litauen (im weiteren, geschichtlichen Sinne) zwölf Logen – sechs in Vilnius und sechs in der Provinz. So bestand etwa auch in Raseiniai eine Freimaurerloge „Palemonas“, die mehrere Dutzend Mitglieder hatte. Auf eine solche Ausbreitung im ganzen Lande gestützt, verkündete die Gesellschaft der Freimaurer philanthropische Ideen und erfüllte die litauische Gesellschaft mit liberalem Geist.

Eine karikierende Abart der Freimaurerei war die sog. „Gesellschaft der Spitzbuben“ (Towarzystwo szubrawców) in Vilnius. Est ist beachtenswert, daß die Mitglieder dieser Vereinigung sich Namen der altlitauischen Gottheiten als Decknamen wählten. Dies zeigt, daß sie ein gewisses Interesse für die Geschichte Litauens hatten.

Weiter ist noch die kurzlebige Gesellschaft der Philomaten-Philarethen zu erwähnen, die von einem Kreise von Studenten in Vilnius begründet worden war. Neben den engeren Aufgaben der eigenen und gegenseitigen Bildung stellte sich dieser Verein das Ziel, zum Wohle des Landes zu arbeiten, und in der Ferne leuchtete ihm auch das Ideal der politischen Freiheit. Diese philomathischen Gedankengänge mögen wohl auf die litauischen Schriftsteller eingewirkt haben, die 1823 und 1824 eine Anzahl von Büchern für das litauische Volk herausgaben – Bücher, die schon nicht mehr bloß religiösen Charakters waren.

Eine echt litauische literarische Bewegung läßt sich in dieser Zeit in Žemaitien spüren. Dort befaßte sich eine ganze Reihe von Schriftstellern – darunter auch der Bischof von Žemaitien, Fürst J. A. Giedraitis, – mit dem Verfassen litauischer Verse, die sie untereinander austauschten. Geht man den Gründen dieser Erscheinung nach, so ist vor allem darauf hinzuweisen, daß der konservative žemaitische Kleinadel, der hinter der Kultur der großen Herren zurückgeblieben war, eine natürliche Anhänglichkeit an seine Muttersprache bewahrt hatte. Daraus wurde nun im Anfang des 19. Jahrhunderts schon eine bewußte und ausgesprochene Liebe zur litauischen Sprache.

Auch die sozialen Verhältnisse haben auf die hier untersuchte lituanistische Bewegung am Anfang des 19. Jahrhunderts einen gewissen Einfluß geübt. Damals beschäftigte man sich mit den Fragen der Abschaffung der Leibeigenschaft und, wie die Lage der Landleute gebessert werden könnte. Dabei mußte die damals mehr oder weniger polonisierte Bildungsschicht Litauens auf die rein litauische Volksmasse und ihre Angelegenheiten stoßen. Und so können wir feststellen, daß 1) das Bemühen um die Volksbildung zum Ausgangspunkt für das weltlich-didaktische Schrifttum der Litauer wurde, 2) das Interesse für die Lage der unteren Volksschichten dazu beitrug, daß man für das Leben des Volkes Interesse gewann, also auf litauische Volkskunst, Volksbräuche usw. aufmerksam wurde, 3) daß die Notwendigkeit, sich in politischen Bestrebungen auf das Volk zu stützen, den Anstoß dazu gab, sich in litauischen Schriften an das Volk zu wenden, 4) daß schließlich die Demokratisierung der Gesellschaft dahin führen mußte, die Verachtung für die litauische Sprache, die „Bauern-Sprache“, abzuschwächen.

Nach der Erörterung dieser verschiedenen Lebensumstände in Litauen zu Beginn des 19. Jahrhunderts untersucht der Verfasser die lituanistische Bewegung selbst. Er zerlegt sie aus methodischen Gründen in drei Teile: das Interesse für die litauische Sprache, für die Geschichte und für die Volkskunde.

Das Interesse für die litauische Sprache hatte zwei Wurzeln: eine wissenschaftliche und eine patriotische (Liebe zur Muttersprache). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand die vergleichende Sprachwissenschaft; aber schon seit mehr als 300 Jahren wurde die Sammlung sprachkundlichen Materials betrieben, die später in dickleibigen polyglotten Sammlungen, wie Chr. Adelungs „Mithridates“ und anderen, an die Oeffentlichkeit traten. Bei der Ausweitung des sprachwissenschaftlichen Forschungsgebiets entging auch die litauische Sprache nicht der Aufmerksamkeit der Gelehrten. Dazu änderte sich gegen das Ende des 18. Jahrhunderts hin auch die Auffassung vom Wesen der Sprache. Die Sprache wird jetzt als der beste Spiegel der Nation angesehen. Herder z. B. schrieb, daß „sich der Genius eines Volkes nirgends besser, als in der Physiognomie seiner Rade, offenbaret“. Alles das führte zur Beachtung auch der litauischen Sprache, zumal die Ansicht Geltung gewann, daß litauische Volk sterbe aus, und seine Sprache würde bald verschwunden sein. Und so erkannten auch solche Männer wie W. von Humboldt, Imm. Kant und andere den Wert der litauischen Sprache an.

Die alte Sprachwissenschaft ist nach T. Benfey in erster Linie eine Magd der Ethnologie gewesen und hatte fast kein anderes Ziel, als die Verwandtschaft oder Nichtverwandtschaft der Völker aufzuzeigen. Zu diesem Zweck stellte man die verschiedenen Sprachen in Vergleich, obwohl man sich damals weder auf die Grundlagen der Phonetik noch auf Sprachgruppen verstand. Man glaubte z. B. lange Zeit, daß alle Sprachen aus der hebräischen Sprache hervorgegangen seien; dieser Ansicht mußte noch Leibniz kritisch entgegentreten. Auch die litauische Sprache wurde mit andern Sprachen in Vergleich gestellt. So wurde angenommen, daß die Litauer von den Römern abstammten und einstmals unter dem Führer Palemonas nach Litauen ausgewandert seien. Michalo Lituanus (1550) fand in der litauischen Sprache 74 Wörter auf, die lateinischen Wörtern ganz ähnlich waren. Später wurde zwar die Palemonas-Legende nicht mehr geglaubt, oft aber noch auf die nahe Verwandtschaft der litauischen und der lateinischen Sprache hingewiesen. Viele verglichen die litauische Sprache auch mit der griechischen. Im Jahre 1821 hielt es der Sprachforscher J. S. Vater sogar für notwendig, darauf hinzuweisen, daß die unbestreitbare Verwandtschaft der litauischen Sprache mit der griechischen „von den Freunden des Litauischen übertrieben worden ist“. Besonders zahlreich waren die Sprachwissenschaftler, die die litauische Sprache in enge Verbindung mit den slawischen Sprachen brachten. Es gab auch solche, die die litauische Sprache für ein Gemisch aus andern Sprachen hielten, nämlich aus dem Slawischen, Germanischen und Finnischen (beispielsweise J. Thunmann). Andere schließlich glaubten, die litauische Sprache sei ganz eigener Art, und leiteten sie nicht aus andern Sprachen ab.

Wir sehen also, daß die litauische Sprache auch schon vor Fr. Bopp zum Gegenstande der wissenschaftlichen Diskussion geworden war. Ohne Zweifel erhöhte dies den Wert der litauischen Sprache auch in den Augen der Litauer selbst – vor allem, daß man sich zwecks Auskunft über diese Sprache öfters an sie wandte.

Doch wurde ihr Interesse für die litauische Sprache nicht nur durch das Verständnis ihrer Bedeutung für die Wissenschaft angeregt, sondern vielleicht noch stärker durch die Liebe zu ihr, der Muttersprache. Um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert erwach allgemein der Nationalsinn, und einer der hervorstechendsten Züge der Zeit ist die Wertschätzung der Muttersprache. So empörten sich etwa die Deutschen noch im 18. Jahrhundert gegen den Einfluß der französischen Literatur und gegen die Mode des Französisch-Sprechens in den höchsten Kreisen. Die seit langen Zeiten germanisierten Tschechen nahmen den Kampf um ihre völkische Existenz auf und fingen an, ihre Sprache zu propagieren. Ebenso kümmerten sich die Polen, die ihre Unabhängigkeit verloren hatten, um die Erhaltung ihrer Sprache und erblichkten darin eine Gewähr für das Fortleben der Nation. Auch das litauische Volk macht keine Ausnahme: die patriotisch-literarische Bewegung der Žemaiten stimmt ausgezeichnet mit diesem allgemeinen Hintergrund des geistigen Lebens in Europa zusammen.

In Kleinlitauen werden gegen die verstärkte Germanisierung ebenfalls Proteststimmen laut. So schrieb S. Ostermeyer (1814), daß der Wunsch, dem Volk seine Muttersprache zu nehmen, „die empörendste Tyrannei und schreiendste Despotie“ sei; ähnlich schrieb auch L. Rhesa. Hier machen sich die Ideen der romantischen Zeit bemerkbar, die jedwedem Volke das Recht auf die ihm eigentümliche Kultur zubilligten und die Sprache als ein unentreißbares Eigentum der Nation ansahen (Herder, J. Grimm, F. Schlegel).

Eine umfassendere völkische Bewegung gab es in Großlitauen. Hier verkündete eine ganze Reihe litauischer Schriftsteller in ihrer Dichtung und in sonstigen Schriften immer wieder, daß es eine Schmach sei, die Sprache seiner Väter zu mißachten. Die Sprache der Litauer sei nicht „bäurisch“, hätten doch die ruhmwürdigen Fürsten Litauens sie von alters gebraucht. Außerdem bemühten sich diese Schriftsteller, in ihrem Schaffen zu zeigen, daß die litauische Sprache nicht roh sei, daß sie sich nicht nur für ein Gebetbuch zum Gebrauch des Volkes eigne, sondern auch für die gehobene Dichtung der Gebildeten und für andere Schriften.

Die litauische Sprache war, das ist zuzugeben, in jener Zeit vernachlässigt. Die gebildeten Kreise Litauens sprachen polnisch, und die litauische Literatur war gänzlich verarmt: sie setzte sich aus wenigen, in sehr schlechter Sprache geschriebenen religiösen Büchern zusammen. Daher mußten sich die von patriotischer Stimmung ergriffenen Schriftsteller zu Beginn des 19. Jahrhunderts um die Verschönerung, Berichtigung, Ausbildung der litauischen Sprache kümmern, um die Bereicherung ihres Wortschatzes, um ihre Reinigung von einer Unzahl eingedrungener Polonismen, um die Schaffung neuer Wortbildungen. Hier dienten einige alte litauische Bücher (besonders das Wörterbuch des Sirvydas) als gute Helfer; man fand dort viele Wörter, die in der Literatursprache jener Zeit vergessen waren.

Bei dem Bemühen um die Pflege der Muttersprache ergab sich die Notwendigkeit, sie zu erforschen und Wörterbücher und Grammatiken zu schreiben. Auf diesem Gebiete fand Großlitauen Unterstützung bei Kleinlitauen, wo im 17. und 18. Jahrhundert eine ganze Reihe von Wörterbüchern und Grammatiken der litauischen Sprache erschienen, die den Schriftstellern Großlitauens wohlbekannt waren.

Wann diese Besorgtheit um die Muttersprache in Großlitauen (und zwar in Žemaitien) anfing, läßt sich schwerlich genau angeben. Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts ist sie schon offen da, vom Ende des 18. Jahrhunderts dagegen besitzen wir keine Unterlagen dafür. Und gerade vom Beginn des XIX Jahrhunderts ab fangen eine ganze Reihe žemaitischer Adliger (D. Poška, L. Uvainis u. a.), Geistlicher (K. Kasakauskis, D. Sutkevičius, A. Butkevičius u. a.), Studenten der Universität Vilnius (K. Nezabitauskis, S. Stanevičius, J. Plateris) an, litauische Wörterbücher und Grammatiken und sonstige Untersuchungen über die litauische Sprache zu schreiben. Leider wurde die Mehrzahl dieser Arbeiten nicht gedruckt, und viele von den Handschriften sind zugrunde gegangen; darum ist es sehr schwer, über diese Zeit volles Licht zu gewinnen.

Bei dem Interesse für die litauische Sprache tritt ein bestimmtes und charakteristisches patriotisches Moment hervor, nämlich das Lob der litauischen Sprache: es wird erklärt, daß sie schön, reichhaltig, vollkommen, wohlklingend usw. sei. Das ist nicht nur ein spezifisches Kennzeichen der litauischen Bewegung. Aehnlich haben zu jener Zeit die Polen, die Tschechen und andere ihre Sprache gerühmt.

Beim Lob ihrer Sprache fanden die Schriftsteller Großlitauens wieder Hilfe in Kleinlitauen, wo sich seit alters viele günstig über die litauische Sprache geäußert hatten. Besonders ist hier der Verfasser eines Wörterbuchs der litauischen Sprache, Ph. Ruhig, zu erwähnen, der (1745) versicherte, daß die litauische Sprache reicher sei als die deutsche, wohlklingender als die polnische Sprache; die litauische Sprache habe „von der griechischen Lieblichkeit etwas engeerbt“. Das Werk Ruhigs hat X. Bohušas (Bohusz) ausgiebig benutzt, der in seinem Buche über den Ursprung des litauischen Volkes und der litauischen Sprache (gedruckt 1808) die Vervollkommnung, den Reichtum und die Schönheit der litauischen Sprache außerordentlich rühmt. Das Werk von Bohušas ist zwar von einem Dilettanten geschrieben, aber in Litauen sehr populär geworden; und es hat die litauischen Schriftsteller ermutigt, ihre Muttersprache noch mehr zu lieben und wert zu halten. Zu bemerken ist, daß die Ansicht von der Vollkommenheit der litauischen Sprache auch von Gelehrten, selbst solchen, die nicht litauisch konnten, angenommen wurde.

Solche Ansichten über die litauische Sprache führten folgerecht zu der Frage, wie denn die Sprache der gewöhnlichen Bauern zu solcher Vollkommenheit aufsteigen konnte. Bohušas behauptete, diese Vollkommenheit der Sprache beweise unzweifelhaft, daß die Litauer im Altertum eine hohe Kultur geschaffen und eine reiche Literatur besessen hätten, deren Handschrifte leider wegen der häufigen Kriege und Brände zugrunde gegangen seien. Freilich machten sich die Gelehrten und andere kritische Köpfe über diese Hirngespinste von Bohušas lustig, aber vom patriotischen Gesichtspunkt aus war eine solche Auffassung der vaterländischen Eigenliebe der litauischen Schriftsteller sehr willkommen. Zugleich wurde auch die Frage nach der Schriftform der alten Litauer aufgeworfen. Obgleich ernsthafte Wissenschaftler (Ig. Daniłowicz) auch daran nicht glaubten, daß die Litauer ihre originale Schrift gehabt haben könnten, hegten doch die Geschichtsschreiber, die die litauische Vorzeit verherrlichten, wie S. Daukantas, T. Narbutt, keinen Zweifel daran. Sie glaubten noch an die Echtheit der von dem Chronisten aus dem 16. Jahrhundert S. Grunau überlieferten Inschrift auf der Fahne des legendarischen preußischen Fürsten Widewut.

Ebenso wie für das Bemühen um die litauische Sprache lassen sich auch für das Interesse an der litauischen Geschichte zwei Antriebe nennen; der wissenschaftliche und, wie wir sagen möchten, der patriotische.

Vor allem hat hier der allgemeine Fortschritt der Geschichtwissenschaft in Europa im 18. und zumal zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingewirkt. Man begriff, daß man sich bei historischen Forschungen auf die Quellen stützen muß, nicht aber auf die aus zweiter Hand überlieferten Mitteilungen von allerlei Kompilatoren. So begann man auch litauische Geschichtsquellen zu sammeln und herauszugeben: die alten Chronisten, allerlei Urkunden usw.

Zum Aufblühen der Geschichtsschreibung in Litauen und in Polen trugen auch politische Umstände bei. Im 18. Jahrhundert hatte die Geschichte den Rettern der untergehenden Republik die Fehler der Vergangenheit aufzuzeigen, und später im 19. Jahrhundert mußte nach dem Verlust der Unabhängigkeit wiederum die Geschichte die Nation durch die Erinnerung an die große Vergangenheit stärken. Die Kenntnis der eigenen Geschichte galt geradezu als Bürgerpflicht. Auch unterstrich man den Gedanken, daß es sich zieme, die eigene Geschichte selbst zu erforschen, da Fremdstämmige sie nicht richtig verstehen oder sogar aus Haß willkürlich verfälschen.

Dennoch mußte man sich, weil es zu wenig alte litauische Geschichtsschreiber gab (den aus Masuren gekommenen M. Stryjkowski und den Litauer A. Kojalavičius (Kojałowicz), auch an ausländische Historiker, Deutsche, Russen und Polen, wenden. So wurden die älteren und jüngeren Verfasser preußischer Geschichte, S. Grunau, Chr. Hartknoch, A. Kotzebue, J. Voigt, reichlich benutzt. Die russischen Historiker haben mit der eifrigen Durchforschung der litauischen Geschichte erst später aus politischen Gründen angefangen; immerhin berührten sie auch schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts mehr oder minder in ihren Werken Einzelheiten der litauischen Geschichte. So war beispielsweise die Geschichte des russischen Staates von N. Karamsin in Litauen bekannt, und S. Daukantas hat sie häufig zitiert, als er seine Geschichte Litauens schrieb.

Wegen der geschichtlichen Verbindungen waren die Tatsachen der litauischen Geschichte den Polen vertraut besonders deshalb, weil sie darüber hinwegsahen, daß Litauen nach der Lubliner Union seine eigene Geschichte gehabt hatte. Es gab auch politische Gründe, aus denen die Polen sich für die litauische Geschichte interessierten. Sie wollten nämlich damit beweisen, daß Litauen und Polen, wenn auch verwaltungsmäßig geschieden, doch nur ein Land seien. Schließlich kommt hier auch die Tatsache zu Bedeutung, daß die litauische Gesellschaft größtenteils polonisiert war. Diese Leute sahen sich zwar als Polen an, doch galt ihnen trotzdem die litauische Geschichte als die Geschichte ihres Landes und war ihnen nicht fremd. Es sind die Leute, die sich gente lituani natione poloni nannten. Aus ihrer Mitte erstanden viele litauische Geschichtsschreiber.

Hier ist auch die Rolle der Universität Vilnius hervorzuheben. Zwar kümmerte sich die Universität als wissenschaftliche Anstalt wohl zu wenig um die Geschichte – es wurde nicht einmal ein Lehrstuhl für litauische Geschichte geschaffen – aber ihre Professoren haben sich trotzdem um die litauische Geschichtsschreibung recht verdient gemacht. Allerdings hat der bedeutendste polnische Historiker aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, J. Lelewel, der einige Zeit Professor an der Universität Vilnius war, sich nicht speziell der Geschichte Litauens angenommen. Dagegen hat ein anderer Professor in Vilnius – Ig. Onacewicz aus der Gegend von Gardinas (Grodno) – sein ganzes Leben der litauischen Geschichte gewidmet. Er hat zwar keine größeren selbständigen Forschungen aus der litauischen Geschichte herausgegeben, aber seine ganze Lebenszeit hindurch eifrig Stoff dafür gesammelt und seinen Studenten die Liebe für die litauische Geschichte eingeflößt. Beispielweise nennt S. Daukantas, der nationale Geschichtsschreiber der Litauer, Onacewicz mit Verehrung als seinen Lehrmeister. Um die litauische Geschichtswissenschaft machten sich auch die Professoren I. Daniłowicz und J. Jaroszewicz hoch verdient, Männer von kritischen Verstand und umfassender Bildung. Zu erwähnen ist ferner der Ukrainer J. Lobojko, Professor der russischen Literatur. Wenn er auch nicht an die Gelehrsamkeit jener berühmten Historiker heranreichte, so trat er doch mehr als sie den litauischen Schriftstellern nahe, die er zur Erforschung der Landesgeschichte, zur Sammlung litauischer Dainos usw. anregte.

Mit solchen Professoren vermochte die Universität Vilnius eine ganze Reihe von Arbeitern für das Feld der litauischen Geschichte heranzuziehen. Außerhalb der Universität, aber zweifellos im Bannkreis ihres Einflusses, arbeitete der populäre litauische Historiker T. Narbutt. Zwar wurde seine gewaltige neunbändige litauische Geschichte erst später gedruckt (1835–1841), aber er hat auch schon früher in Zeitschriften in Vilnius historische Artikel veröffentlicht (1817/1818).

Es zeigte sich das Bestreben, auch weitere Kreise für die Landesgeschichte zu interessieren, indem man die Bedeutung der Geschichte für die nationale Erziehung hervorhob. So schrieb J. Niemcewicz seine berühmten historischen Lieder in der Absicht, die polnische Geschichte zu popularisieren. Aehnliche Gedanken hegten auch die litauischen Schriftsteller. S. Daukantas schrieb die Geschichte Litauens in litauischer Sprache, wie er selbst sagt, nicht für die gelehrten Leute, sondern für die Mütter, damit sie ihren Kindern von den großen Taten der Vorväter erzählen könnten. D. Poška beklagte sich, daß in dem Geschichtslehrbuch für die Schulen die litauische Geschichte zu kurz behandelt sei.

Zur Popularisierung der litauischen Geschichte in der Oeffentlichkeit trug auch das künstlerische Schrifttum bei, das unter dem Einfluß der romantischen Richtung gern geschichtliche Themen aufgriff. Eine solche dichterisch verklärte litauische Vorzeit stellte etwa F. Bernatowicz dar in seinem im Walter-Scott-Stil geschriebenen Roman „Pojata, die Tochter des Lizdejka, oder die Litauer im 14. Jahrhundert“. Und besonders ist hier Ad. Mickiewicz zu nennen, der in „Grażyna“ und „Konrad Wallenrod“ den heldenhaften Kampf der Litauer mit dem Kreuzritterorden eindrucksvoll schildert. Es fehlt auch nicht an unmittelbaren Aufforderungen, sich für Geschichte zu interessieren. In den Zeitschriften von Vilnius erschienen Bitten um mancherlei geschichtliche Angaben, Anregungen, nach geschichtlichen Urkunden zu forschen, Mitteilungen über archäologische Funde. Hin und wieder wandte sich auch ein Mann der Wissenschaft um Auskunft über das Land der Litauer unmittelbar an einen litauischen Schriftsteller – so P. Köppen an D. Poška. Alles dies bewirkte, daß die litauische Gesellschaft auf die eigene Geschichte mehr oder minder aufmerksam zu werden begann, und daß in ihr eine ganze Anzahl von Männern sich fanden, die sich aus Liebhaberei der Geschichtsforschung widmeten.

Besonders ist hier der žemaitische Landedelmann D. Poška zu nennen, damals ein bekannter litauischer Dichter. Obwohl er keine Universitätsbildung hatte, korrespondierte Poška mit den Wissenschaftlern, gab ihnen Auskünfte über die litauische Sprache, über das Žemaitenland, sandte ihnen archäologische Funde und seine historischen Schriften, die trotz ihres dilettantischen Anstrichs mehr oder weniger geschätzt wurden. Eine davon druckte 1829 der „Dziennik Warszawski“.

In ihrer Entwicklung ging die litauische Geschichtsschreibung also zwei Wege – den der kritischen Wissenschaft und den der patriotischen Idealisierung. Dabei entzückte die letzterwähnte Richtung der Geschichtsfreunde, die das Altertum aus patriotischen Motiven idealisierten, die dunklen Seiten der Geschichte des Mutterlandes in den Hintergrund treten ließen oder ganz übersahen, die die Vergangenheit in einen poetischen Schimmer hüllten, das breite Publikum. Sie erzielten dort stärkere Wirkung als die Werke der kritischen Wissenschaftler (z. B. I. Daniłowicz). Die großen Bilder der Vorzeit erregten den nationalen Ehrgeiz und halfen manchem Litauer bei der Entscheidung über sein Volkstum.

Allerdings empfanden manchmal auch Ausländer die große Schönheit des litauischen Altertums. So schreibt etwa A. Kotzebue, daß die Kühnheit der alten Litauer der Feder des Tacitus und der Leier Homers würdig sei. Immerhin haben doch nur die eigenen Landsleute den Ruhm des litauischen Altertums voll gewürdigt. So schreibt beispielsweise Hlebowicz aus dem Bezirk Gardinas die erste Monographie über Vytautas, bewundert seine Machtfülle und nennt ihn ständig „unsern Helden“. Nicht geringer würdigte die litauische Vorzeit T. Narbutt aus der Lidaer Gegend und besonders der Žemaite S. Daukantas, der seine Ahnen gleich den Helden eines heroischen Epos schildert.

Die alten Litauer wurden hier nicht bloß als tapfere Krieger hingestellt, sondern man verlieh ihnen allerlei treffliche Charakterzüge – milde Sitten, friedliche Gesinnung, Gastfreiheit usw. Der wichtigste Anstoß für diese Parteinahme war die patriotische Gesinnung dieser Amateur-Geschichtsschreiber; doch trugen auch Motive von außen her dazu bei. Beispielsweise haben die preußischen Historiker jener Zeit aus Widerwillen gegen den katholischen und kaisertreuen Orden diesen gern als grausam im Kampfe gegen die alten Preußen und Litauer hingestellt. Außerdem sah man, im Zusammenhang mit den Ideen Rousseaus und der Idealisierung des primitiven Menschen, in den alten Preußen und Litauern eben auch ein solches Naturvolk, das von der Zivilisation noch nicht verdorben war (so Kotzebue u. a.). Eine solche Idealisierung der Litauer mochte auch beeinflußt sein von einer ähnlichen Charakterisierung der Slawen, wie sie sich damals nach J. M. Sobestianski unter dem Einfluß des Abschnitts über die Slawen in den Herders „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit“ gebildet hatte und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr populär geworden war.

Noch eine Eigenheit besaß diese patriotische litauische Geschichtsschreibung: während sie dem litauischen Volke Sympathie entgegenbrachte, war sie gegenüber seinen Feinden ablehnend eingestellt. So wurde etwa der deutsche Orden in sehr ungünstigem Lichte als räuberischer Angreifer Litauens geschildert; ebenso auch die Russen, die ständig mit den Litauern im Kriege gelegen und schließlich den ganzen Staat zertrümmert hätten. Interessant ist es, daß man auch polenfeindliche Tendenzen beobachten kann: gewisse historische Tatsachen und Fragen beginnt man jetzt anders einzuschätzen, als es traditionelle Auffassung der Polen war. Beispielsweise galt die litauisch-polnische Union den Polen als eine heilige Sache; dagegen sahen Leute wie Daukantas und T. Narbutt in der Union den Zusammenbruch der Macht Litauens. Ebenso wurde etwa die Krönung des Vytautas von Daukantas ganz anders beurteilt wie von den Polen. Dieser Unterschied hatte für das litauische Publikum große Bedeutung; denn vielen wurde dadurch die völkische Scheidung zwischen Litauern und Polen leichter gemacht.

Das Interesse für die litauische Sprache und Geschichte hob den Namen der Litauer immer mehr aus der Vergessenheit, Die Eigenart der Litauer wurde noch deutlicher durch die steigende Beachtung der litauischen Volkssage, der Volksbräuche und ganz allgemein der Eigenheiten ihres Lebens. Hierzu trug der Einfluß Westeuropas bei, wo gerade zu jener Zeit die Wissenschaft der Volkskunde entstand. Als Merkwürdigkeiten von Interesse wurden schon von alters her Nachrichten über Völker niederer Kultur und über Leben und Bräuche der Volksmasse gesammelt. Die Anschauung des 18. Jahrhunderts über den organischen, folgerechten Fortgang der Kultur (Herder u. a.) erklärte, daß die verschiedenen Kulturen geradezu die Stufen dieses Fortgangs aufzeigten. Außerdem offenbare sich der Volksgeist (dies ein Begriff der romantischen Epoche) am besten in den Volkssitten, dem Volksaberglauben, der Volkssage.

Zu allererst erregte das Volkslied Beachtung. Hier wirkten auch rein litterarische Motive mit. Man war der kalten, blutleeren, nach Regeln zusammengezimmerten pseudo-klassischen Buchpoesie müde und fand in der Sehnsucht nach Gefühl im Volksliede unmittelbar eine solche Dichtung frei ausströmenden Gefühls (Herder u. a.). Diese Volksdichtungsbewegung ergriff auch Litauen – zu erst Kleinlitauen, später dann auch Großlitauen.

In Kleinlitauen schenkten die Geistlichen schon um die Wende des 17. zum 18. Jahrhundert den Volksliedern Beachtung und lernten aus ihnen die reine und regelrechte litauische Sprache. Die Schönheit der Dainos begriffen sie erst dann, als Lessing und Herder diesen Liedern hohes Lob zollten. Damals fanden sich auch viele Sammler von Volksliedern. Der bedeutendste unter ihnen war L. J. Rhesa, der 1825 die erste größere Sammlung von Dainos herausgegeben hat. Er hatte großen Einfluß auf die späteren Sammler von Dainos: seine Charakteristik der Dainos ist oftmals wiederholt worden.

In Großlitauen erwachte das Interesse für das Volkslied erst später. Hier war der polnische Kultureinfluß hemmend; denn in der polnischen Literatur herrschte noch am Anfang des 19. Jahrhunderts die pseudoklassische Richtung, die den ästhetischen Wert der Volkslieder leugnete. Zuerst haben sich hier auch nicht die Schriftsteller sondern die Gelehrten der Volkslieder angenommen; denn man sah in den Volksliedern und ähnlichen Gegenständen der Volkskunde eine mehr oder minder wichtige Quelle zur Kenntnis der Vorzeit. Durch allerlei Umfragen brachten auch die Zeitschriften zur Sammlung solcher volkskundlichen Dinge Anregung. Besonders großen Einfluß hatte der begeisterte Altertumsforscher und volkskundliche Sammler Z. D. Chodakowski (Pseudonym für Czarnocki) auf die zur Romantik neigende Jugend. Als die romantische Strömung die polnische Literatur erfaßt hatte (Brodzińskis Artikel und die Dichtungen von Mickiewicz), wurde auch der ästhetische Wert der Dainos anerkannt. Eine ganze Anzahl litauischer Dainos veröffentlichten L. Rogalski und Em. Stanevičius in den Zeitschriften von Vilnius, und der Žemaite S. Stanevičius gab 1829 eine Sammlung von einigen Dutzend Dainos heraus. Gleichzeitig wuchs auch das Interesse für das litauische Volksleben überhaupt.

Die oben charakterisierte lituanistische Bewegung des 19. Jahrhunderts war keine kurze Episode, die etwa mit der Niederschlagung der litauischen Erhebung von 1831 und der nachfolgenden Schließung der Universität Vilnius ihr Ende gefunden hätte. Dieser Vorgang hat die Bewegung nicht aufgehalten, und sie hat weiter anschwellend noch die Zeit der „Aušra“ erreicht. Man darf also zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten Morgenstrahlen des völkischen Wiedererwachens der Litauer erblicken.

 
 
 
 
 
Zusammenfassung aus dem Buch:

Maciūnas, Vincas. Lituanistinis sąjūdis XIX amžiaus pradžioje, Vilnius, 1997 (1. Auflage: Kaunas, 1939), S. 318–333.  

 

 

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